

Die Mobilitätsbranche erlebt einen fundamentalen Umbruch. Vier Megatrends verändern das Spielfeld: Demografischer Wandel, Digitalisierung, Urbanisierung sowie Umwelt und Klima. Für einen Automobilclub mit über 100 Jahren Geschichte bedeutet das eine existenzielle Frage: Wie relevant ist Pannenhilfe in einer Welt, in der das private Automobil an Bedeutung verliert?
Der ADAC Hansa e.V. betreut rund 1,2 Millionen Mitglieder in Hamburg und Schleswig-Holstein. Das Geschäftsmodell ruht auf mehreren Säulen: Mitgliedschaft mit Pannenhilfe, Versicherungen, Fahrsicherheitstraining, Reisen und Einzelhandel. Doch die Ankerleistung — die Pannenhilfe — ist vollständig an das Automobil geknüpft. In einem schrumpfenden Markt verteidigen mächtige Wettbewerber wie Automobilhersteller und Tech-Konzerne ihre Positionen.
Gleichzeitig fehlt dem traditionsreichen Verein eine ausgeprägte Veränderungskultur. Die komplexe Stakeholderstruktur und die Abhängigkeit von zentralen ADAC-Entscheidungen erschweren schnelles Handeln. Die Führungsebene erkannte: Anpassen reicht nicht. Wer relevant bleiben will, muss den Wandel aktiv gestalten.
Der ADAC Hansa beauftragte PLAN D, gemeinsam mit dem Führungskreis eine Digitalstrategie zu entwickeln — keine PowerPoint-Präsentation von außen, sondern einen partizipativen Prozess, der von der gesamten Organisation getragen wird.
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PLAN D begann mit einer systematischen Analyse des Umfelds. Die vier Megatrends — Demografischer Wandel, Digitalisierung, Urbanisierung, Umwelt und Klima — wurden auf ihre konkreten Auswirkungen für jede Säule des Geschäftsmodells untersucht. Die SWOT-Analyse machte die Ausgangslage scharf: starke Marke und solide Finanzen auf der einen Seite, fehlende Veränderungskultur und komplexe Entscheidungsstrukturen auf der anderen.
Statt einer externen Strategieempfehlung wählte PLAN D einen partizipativen Ansatz. Vier Arbeitspakete — Kundenprozesse, Vertriebsprozesse, interne Verwaltung und Daten — wurden parallel bearbeitet, jeweils mit Beteiligung der zuständigen Führungskräfte. Jedes Paket mündete in konkrete Handlungsempfehlungen und eine Roadmap.
Das Herzstück der Digitalstrategie ist ein differenziertes Framework, das unterschiedliche Investitionslogiken für unterschiedliche Geschäftsbereiche definiert. Bereiche, die direkt am Automobil hängen und deren Rückgang absehbar ist, werden kontrolliert abgeschöpft — Ressourcen werden freigesetzt statt in schrumpfende Märkte investiert. Bereiche mit Zukunftspotenzial erhalten konsequente Investitionen in Digitalisierung, Datenstrategie und KI. Für völlig neue Geschäftsmodelle empfiehlt das Framework kontrollierte Experimente und Leuchtturmprojekte.
Ein zentrales Element ist die Konsolidierung der Datenquellen zu einer 360-Grad-Kundensicht. Mit 1,2 Millionen Mitgliedern liegt enormes Potenzial in der systematischen Nutzung vorhandener Daten — für Vorqualifizierung im Vertrieb, personalisierte Angebote und ein „Next Best Offer“-System. Bereits 2019 wurde KI als potenzielle Technologie für diese Vorhaben identifiziert.
Strategie ist nur so gut wie ihre Akzeptanz. PLAN D moderierte begleitende Soundingboards mit Mitarbeitenden aus verschiedenen Hierarchieebenen. Ziel war es, frühzeitig Widerstände zu erkennen, Multiplikatoren zu gewinnen und die Strategie so zu formulieren, dass sie von der Organisation getragen wird.



Am Ende des viermonatigen Prozesses stand eine Digitalstrategie, die so radikal wie intern akzeptiert war. Das Feedback aus den Soundingboards war eindeutig: Die Mitarbeitenden wollten nicht nur umsetzen, sondern waren neugierig auf die Veränderung. Der Führungskreis bekannte sich klar zur Umsetzung.
Die Strategie definierte konkrete nächste Schritte: neue Führungspositionen für Digital Transformation und Innovation, eine Roadmap für die Digitalisierung der Kernprozesse und klare Investitionsprioritäten nach dem 3-Säulen-Framework.
Besonders bemerkenswert aus heutiger Sicht: Bereits 2019 wurde KI als strategischer Hebel identifiziert — Jahre bevor generative KI zum Mainstream wurde. Die damalige Empfehlung, KI für Datenkonsolidierung, Kundenanalyse und Vertriebsvorqualifizierung einzusetzen, war ihrer Zeit voraus.
Eine Digitalstrategie definiert, wie ein Unternehmen digitale Technologien einsetzt, um seine Geschäftsziele zu erreichen. Sie umfasst mehr als IT: Es geht um Geschäftsmodelle, Prozesse, Daten und Organisationsstruktur. Eine gute Digitalstrategie beantwortet die Frage: Welche Rolle spielen digitale Technologien für unsere Wettbewerbsfähigkeit — heute und in fünf Jahren?
Eine wirksame Digitalstrategie entsteht in drei Schritten: Erstens eine ehrliche Analyse des Umfelds und der eigenen Stärken und Schwächen. Zweitens die Definition konkreter Handlungsfelder mit klaren Prioritäten. Drittens ein partizipativer Prozess, der sicherstellt, dass die Strategie von der Organisation getragen wird. PowerPoint-Strategien, die in der Schublade verschwinden, helfen niemandem.
KI ist kein Selbstzweck, sondern ein Werkzeug für konkrete Ziele: bessere Entscheidungen durch Datenanalyse, effizientere Prozesse durch Automatisierung, personalisierte Kundenansprache durch Mustererkennung. Eine gute Digitalstrategie identifiziert, wo KI echten Mehrwert schafft — und wo klassische Digitalisierung ausreicht.
Das Framework unterscheidet drei Arten von Geschäftsbereichen: „Known Knowns“ (absehbar rückläufige Bereiche — kontrolliert abschöpfen), „Known Unknowns“ (zukunftsfähige Bereiche — konsequent digitalisieren) und „Unknown Unknowns“ (völlig neue Möglichkeiten — kontrolliert experimentieren). Jede Säule erfordert eine andere Investitionslogik.
Die Mobilitätsbranche verändert sich fundamental. Elektromobilität, autonomes Fahren, Sharing-Modelle und neue Wettbewerber wie Tech-Konzerne stellen traditionelle Geschäftsmodelle in Frage. Wer weiterhin auf Pannenhilfe für Verbrennungsmotoren setzt, wird an Relevanz verlieren. Eine Digitalstrategie zeigt Wege, wie vorhandene Stärken — Mitgliederbasis, Marke, Vertrauen — in neue Geschäftsfelder übertragen werden können.
Durch Soundingboards und partizipative Workshops. Mitarbeitende aus verschiedenen Hierarchieebenen werden frühzeitig einbezogen — nicht um abzunicken, sondern um echtes Feedback zu geben. Das erhöht die Akzeptanz und deckt blinde Flecken auf. Eine Strategie, die ohne die Organisation entwickelt wird, scheitert an der Organisation.
PLAN D empfiehlt nur, was wir auch selbst umsetzen können. Wir verbinden Strategieentwicklung mit technischer Umsetzungskompetenz in KI und Daten. Das bedeutet: Keine Empfehlungen, die an der Realität scheitern. Und wenn aus einer Strategie ein KI-Projekt wird, können wir es selbst bauen und betreiben.
Zukunft beginnt, wenn menschliche Intelligenz künstliche Intelligenz entwickelt. Der erste Schritt ist nur ein Klick.
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